Shopware 6 bringt zwei Werkzeuge mit, mit denen sich viele Abläufe ohne Programmierung automatisieren lassen: den Flow Builder und den Rule Builder. Richtig kombiniert, übernehmen sie Aufgaben, für die früher Plugins oder Handarbeit nötig waren. Dieser Beitrag zeigt, wie beide zusammenspielen und wo ihre Grenzen liegen.
Der Rule Builder: Regeln für alles
Mit dem Rule Builder (in der Administration unter Einstellungen » Shop » Rule Builder) legen Sie Bedingungen fest, die an vielen Stellen in Shopware wiederverwendet werden – etwa für Versandarten, Zahlungsarten, Preise, Promotionen oder eben im Flow Builder.
Typische Bedingungen sind:
- Kundengruppe oder Lieferland
- Warenkorbwert oder bestimmte Produkte im Warenkorb
- Bisherige Bestellungen eines Kunden
- Wochentag oder Zeitraum
Ein Beispiel: Die Regel „Warenkorbwert über 100 Euro und Lieferland Deutschland“ kann gleichzeitig eine versandkostenfreie Versandart freischalten und im Flow Builder einen Ablauf steuern.
Der Flow Builder: Abläufe automatisieren
Der Flow Builder (unter Einstellungen » Shop » Flow Builder) folgt einem einfachen Prinzip: Auslöser – Bedingung – Aktion.
- Auslöser: ein Ereignis im Shop, zum Beispiel „Bestellung aufgegeben“, „Kunde registriert“ oder ein Wechsel des Zahlungsstatus.
- Bedingung: eine Regel aus dem Rule Builder entscheidet, welcher Weg genommen wird.
- Aktion: zum Beispiel E-Mail senden, Tag setzen oder entfernen, Bestellstatus ändern oder Kundengruppe zuweisen. Je nach Shopware-Edition und Erweiterungen stehen zusätzliche Aktionen wie Aufrufe externer Systeme zur Verfügung.
Beispiele aus der Praxis
- Großbestellungen markieren: Bei Bestellungen über einem bestimmten Wert wird automatisch ein Tag gesetzt und das Team per E-Mail informiert.
- B2B-Kunden prüfen: Nach der Registrierung mit Firmenangaben erhält der Kunde eine Bestätigung, das Team eine Prüfaufgabe.
- Zahlungseingang: Wechselt der Zahlungsstatus auf „bezahlt“, ändert sich der Bestellstatus, und der Versand kann starten.
- Stammkunden belohnen: Ab einer bestimmten Anzahl von Bestellungen wird ein Kunde einer anderen Kundengruppe zugeordnet.
Grenzen und typische Fehler
- Komplexe Logik: Sehr verschachtelte Abläufe werden im Flow Builder schnell unübersichtlich. Dann ist eine kleine Erweiterung oft die sauberere Lösung (mehr dazu: Shopware-Plugins: kaufen oder entwickeln?).
- Doppelte E-Mails: Shopware bringt für viele Ereignisse bereits Standard-Flows mit. Wer eigene Flows ergänzt, sollte prüfen, ob dadurch E-Mails doppelt versendet werden.
- Regeln an zu vielen Stellen: Eine Regel, die in Versand, Zahlung und Flows gleichzeitig verwendet wird, wirkt sich bei Änderungen überall aus. Benennen Sie Regeln eindeutig und dokumentieren Sie, wo sie genutzt werden.
- Nicht getestet: Testen Sie neue Flows mit Testbestellungen, bevor Sie sie aktivieren.
Fazit
Flow Builder und Rule Builder decken viele Automatisierungen im Shopware-Alltag ab – ohne zusätzliche Plugins. Wer Regeln sauber benennt, Flows schlank hält und gründlich testet, spart seinem Team regelmäßig Zeit. Wo die Standardwerkzeuge an Grenzen stoßen, ergänzen gezielte Erweiterungen den Ablauf. Wie das Gegenstück in PlentyONE funktioniert, zeigt der Beitrag PlentyONE Flow.
Sie möchten Abläufe in Ihrem Shopware-Shop automatisieren? Mehr dazu unter Automatisierung.

