Wer in der Google-Suche mit der Maus über ein Ergebnis fährt, sieht in der Statusleiste des Browsers immer öfter keine Adresse der Zielseite mehr, sondern eine Google-Adresse. Google leitet Klicks auf organische Ergebnisse zunehmend über sogenannte Goto-Links weiter. Für Besucher:innen ändert sich dadurch kaum etwas, für Webanalyse und SEO-Tools aber schon. Dieser Beitrag erklärt, was hinter der Umstellung steckt und was Sie als Website- oder Shopbetreiber:in jetzt prüfen sollten.
Was sind Google Goto-Links?
Bisher führte ein Link in den Suchergebnissen direkt auf die Adresse der Website. Bei den Goto-Links zeigt das Ergebnis stattdessen auf eine Adresse der Form google.com/goto?url=…. Hinter dem Parameter steht keine lesbare Ziel-URL, sondern eine verschlüsselte Zeichenkette. Erst beim Klick leitet Google per Weiterleitung auf die eigentliche Seite weiter.
Neu ist das Prinzip nicht: Bei bezahlten Anzeigen arbeitet Google schon lange mit solchen Zwischenadressen. Neu ist, dass es nun auch die organischen Ergebnisse betrifft.
Seit wann gibt es die Umstellung?
- Juni 2026: Erste Goto-Links werden in den Suchergebnissen beobachtet.
- Juli 2026: Fachmedien berichten über Tests in größerem Umfang.
- Ende August 2026: Ein Google-Sprecher bestätigt gegenüber der Fachpresse technische Maßnahmen gegen Missbrauch der Suchergebnisse. Seitdem werden die Goto-Links breit ausgerollt.
Eine offizielle Dokumentation der Goto-Links gibt es bislang nicht. In Deutschland waren sie anfangs vor allem bei nicht angemeldeten Nutzer:innen zu sehen, zum Beispiel in einem privaten Browserfenster. Die Verbreitung kann sich weiter ändern.
Warum stellt Google die Links um?
Google begründet den Schritt allgemein mit dem Schutz vor Missbrauch. In der Fachwelt gilt als wahrscheinlichster Hintergrund das massenhafte automatisierte Auslesen der Suchergebnisse – etwa durch Anbieter, die Google-Ergebnisse für eigene Dienste oder KI-Systeme weiterverwenden. Wenn die Ziel-URL nicht mehr im Link steht, muss jede Adresse einzeln aufgelöst werden. Das macht das Auslesen deutlich aufwendiger. Parallel geht Google auch juristisch gegen Anbieter solcher Daten vor.
Was bedeutet das für Ihre Website?
Besucher:innen und Rankings
Für Menschen, die über Google auf Ihre Seite kommen, ändert sich praktisch nichts: Die Weiterleitung dauert nur einen Sekundenbruchteil. Auch Ihre Rankings hängen nicht davon ab, wie Google die Ergebnisse verlinkt. An Ihrer Website, Ihren URLs oder Inhalten müssen Sie deshalb nichts ändern.
Google Search Console
Impressionen und Klicks in der Search Console misst Google selbst, bevor die Weiterleitung greift. Nach bisherigem Stand sind diese Daten nicht betroffen. Zu beachten ist nur der ältere Effekt aus dem September 2025 (mehr dazu: GSC-Impressionen gesunken). Die Search Console bleibt damit die verlässlichste Quelle, wenn andere Zahlen plötzlich abweichen.
Webanalyse
Weil der Klick über eine Google-Adresse läuft, kann sich die Herkunftsinformation verändern, die Ihr Server mitbekommt. Belastbare Belege für größere Verschiebungen gibt es bisher nicht. Achten Sie in Google Analytics, Matomo oder anderen Tools trotzdem darauf, ob organischer Google-Traffic plötzlich als Verweis (Referral) oder als unbekannte Quelle erscheint. Die tatsächliche Zahl der Besucher:innen ändert sich dadurch nicht – nur die Zuordnung.
SEO-Tools und Rank-Tracking
Am stärksten betroffen sind Tools, die Suchergebnisse automatisiert abfragen, etwa Sistrix, Ahrefs oder Semrush. Sie müssen jede Goto-URL zusätzlich auflösen. Ende August und Mitte September 2026 kam es dadurch bei mehreren Anbietern zu Verzögerungen und Lücken in den Daten. Besonders häufig fehlten Zieladressen bei KI-Übersichten und lokalen Ergebnissen. Teilweise tauchte dort als Domain nur „google.com“ auf. Seit Ende September kommen außerdem gekürzte Ergebnislisten hinzu (mehr dazu: Rankings eingebrochen?).
Was Sie jetzt prüfen sollten
- Search Console als Referenz: Wenn ein Tool einen Einbruch zeigt, vergleichen Sie zuerst mit den Klicks und Impressionen in der Search Console.
- Quellen in der Webanalyse: Prüfen Sie, ob der Anteil von Referral- oder unbekanntem Traffic bei gleichbleibenden Besucherzahlen gestiegen ist.
- Stand Ihrer SEO-Tools: Sehen Sie im Changelog oder auf der Statusseite Ihres Anbieters nach, ob die Umstellung schon verarbeitet wird und wann die Daten zuletzt aktualisiert wurden.
- Zeiträume vorsichtig vergleichen: Vergleiche über Ende August 2026 hinweg können Datenlücken enthalten – vor allem bei der Sichtbarkeit in KI-Übersichten.
- Filter in Exporten: Wenn Sie Suchergebnisse nach Domains filtern, prüfen Sie, ob Einträge mit „google.com“ unbemerkt herausfallen.
- Kein Umbau auf Verdacht: Bauen Sie Tracking oder Website jetzt nicht vorschnell um. Die Lage entwickelt sich noch.
Fazit
Die Goto-Links ändern, wie Google auf Ihre Website verlinkt – nicht, ob und wie gut Ihre Seiten gefunden werden. Für Ihre Besucher:innen ist die Umstellung kaum spürbar. Wichtig ist, Kennzahlen in der Übergangszeit richtig einzuordnen: Bevor Sie einen Rankingverlust vermuten, lohnt der Blick in die Search Console und auf die Quellen in Ihrer Webanalyse.

