Duplicate Content ist eines der häufigsten SEO-Probleme im E-Commerce. Dabei geht es nicht nur um kopierte Herstellertexte, sondern um viele kleine Dopplungen, die sich im Shop-Alltag einschleichen. Google wertet solche Inhalte ab, was dazu führen kann, dass dein Shop hinter großen Plattformen wie Amazon oder eBay zurückfällt.
1. Herstellertexte & Marktplatz-Content
Viele Shops übernehmen Produkttexte direkt vom Hersteller. Das ist bequem, führt aber dazu, dass identische Inhalte in unzähligen Shops und Marktplätzen stehen. Google erkennt keine Einzigartigkeit – und listet lieber den großen Player.
Praxisfall: Ein Händler schreibt individuelle Texte für seinen Shop, nutzt diese aber eins zu eins auch für Amazon. Ergebnis: Amazon rankt mit dem Text, der eigene Shop nicht.
Lösung:
- Für den eigenen Shop immer den ausführlichsten und besten Text nutzen.
- Auf Marktplätzen eher eine gekürzte oder abgespeckte Version einsetzen.
- Wichtigste Keywords und USPs im Shop-Text platzieren, damit Google ihn klar zuordnen kann.
2. Ähnliche Produkte mit kaum Unterschieden
Oft gibt es Sortimente mit vielen Varianten, die nicht als Varianten-Artikel abgebildet werden können. Beispiel: 20 ähnliche Lampenmodelle mit minimal anderen Maßen oder Farben. Jede Produktseite enthält fast denselben Text.
Lösung:
- Unterschiede im Text betonen („Modell A: für kleine Räume“, „Modell B: mit besonders breitem Schirm“).
- Kategorie-Intro nutzen, um die gesamte Produktfamilie zu erklären.
- Interne Verlinkungen zwischen ähnlichen Produkten setzen.
- Wenn möglich, Produkte zu Varianten zusammenführen.
3. Wiederkehrende Textbausteine
Hinweise wie „Lieferung ohne Dekoration“ oder „Enthält folgende Inhaltsstoffe“ erscheinen auf vielen Produktseiten wortgleich. Das summiert sich zu Duplicate Content.
Lösung:
- Wiederkehrende Elemente in eigene Blöcke (z. B. technische Daten, Inhaltsstoffe) auslagern.
- Standardhinweise separat über Attribute oder Tab-Systeme darstellen, nicht im Hauptbeschreibungstext.
- Den Fließtext für jedes Produkt individuell halten.
4. Filter, Sortierungen & Paginierungen
Gerade in Shops mit vielen Kategorien entstehen über Filter (Größe, Farbe, Preis) unzählige URLs, die nahezu identische Inhalte haben.
Lösung:
- Canonical Tags setzen: Alle Filterseiten zeigen auf die Haupt-Kategorie-URL.
- robots.txt so einstellen, dass unnötige Filter-Seiten nicht indexiert werden.
- Nur relevante Filter als SEO-Ziele nutzen (z. B. „Sneaker weiß“ als eigene Landingpage).
5. Interne Strukturen optimieren
Duplicate Content entsteht auch, wenn Produkte unter mehreren Kategorien mehrfach erreichbar sind. Beispiel: Ein Produkt liegt unter „Sale“ und „Neuheiten“ – zwei URLs für denselben Artikel.
Lösung:
- Einheitliche SEO-URL-Strategie nutzen (z. B. nur eine Hauptkategorie im Pfad).
- In Shopware oder plentyONE prüfen, welche URL als „Haupt-Canonical“ gesetzt ist.
- Weiterleitungen nutzen, falls sich Strukturen ändern.
Duplicate Content ist im E-Commerce fast unvermeidlich – aber mit der richtigen Strategie steuerbar. Wer eigene Texte schreibt, Marktplatz-Inhalte differenziert, Produktvarianten sauber organisiert und Canonicals einsetzt, gibt Google klare Signale und stärkt die eigene Sichtbarkeit.
Am Ende gilt: Einzigartige Inhalte zahlen immer auf deinen Shop ein.
Setze dort deine Energie rein – und nutze Marktplätze bewusst als Ergänzung, nicht als Hauptquelle für SEO.
Wenn du Unterstützung bei der Analyse oder Optimierung deiner Inhalte brauchst, helfen wir dir gerne dabei, eine klare Content-Strategie zu entwickeln – für mehr Sichtbarkeit und bessere Rankings.